|
Geboren wurde ich als Ulrike Schulz. Das war am 30.12.1937 in Prag.
Morgens, kurz nach 10, half mir ein junger Arzt, Assistent des berühmten
Dr. Knaus, mit einem kleinen Schnitt ans Licht der Welt. Meine Eltern waren
Ilse Schulz, geb. Dürre, aus Stimmersdorf und Georg Schulz aus München.
|
|
|
Als ich vier Jahre alt war, hatte ich schon zwei Brüder, einen
Schrebergarten und ging in den Kindergarten zu Tante Inka. Ich war sehr
selbstständig und lernte ein bischen tschechisch von Tonschi. Mit
fünf war ich Rundfunkkind und bekam einen dicken Kaninchenfellmantel,
den ich jahrelang trug.
|
Kurz nachdem ich ein Schwesterchen bekommen hatte, wurden wir vertrieben.
Das war nicht lustig. Auf dem Bahnhof in Aue genossen wir eine dünne
Graupensuppe mit getrockneten Pilzen. So gut hat nie wieder ein Essen geschmeckt.
|
Wir wohnten dann in Lonnerstadt und Sterpersdorf. Als ich 13 war, zogen
wir nach Nürnberg und ich wurde Lehrmädchen.
|
|
|
|
Ein bischen Geld blieb mir für elegante Schuhe und
schicke Kleider. Ich ging gerne Tanzen.
|
Irgendwann lernte ich den Gerd kennen. Nach ungezählten Radtouren
und Wanderungen heirateten wir am 6.8.1959
in der Sebalduskirche zu Nürnberg.
|
Wieland war unser erstes Kind, er wurde 1960 in Oak-Ridge geboren. Wieder
zu Hause folgten Stefan und Sabine. Zwei Jahre waren wir in Genf. Besonders
aufregend aber waren die 7 Jahre in Kolumbien. Wir hatten viele gute Freunde,
unternahmen viele Reisen und Ausflüge. Manchmal schien es mir, daß
mein Leben nur aus Einpacken und Auspacken besteht. Einen genaueren Bericht
von dieser Zeit geben die 17 erhaltenen Kasetten und 286 Seiten Briefe,
die ich besprach und schrieb, um meine Eltern und Geschwister über
unser Treiben auf dem Laufenden zu halten.
Wieder in Deutschland bauten wir in Braunschweig ein Haus und unsere
Söhne ließen sich die Haare lang wachsen. Volljährig sind
sie dann trotzdem irgendwie geworden.
|
|
In den 80ern waren wir einige Jahre in Österreich. Das war auch eine schöne Zeit. Wir hatten ein altes gelbes Haus in Bisamberg und gingen gerne zu den Heurigen. Die Kinder studierten, Sabine und Wieland sind dann dort geblieben.
|
|
|
Seit mehr als zehn Jahren leben wir nun alleine in unserem großen
Haus in Braunschweig. Besonders im Sommer belebt es sich,
wenn einige unserer sechs Enkel bei uns geparkt werden.
Wir haben das gerne.
|
Als Nachtrag gibt es hier noch ein frischeres Bild:
Die Sippe zur Jahreswende 2001/02.
|
|